Freitag, 14. Dezember 2007

friblog - die ganze Wahrheit

Wir haben friblog Ende September 2007 eingestellt - und dem Studentenmagazin Spectrum dazu ein Interview gegeben. Wer es verpasst hat, kann es hier nachlesen.
Damit verabschieden wir uns auch von unseren Leserinnen und Lesern und danken herzlich für das Interesse! Herr Müller, Sie können wieder ruhig schlafen!



„Wir sind der Zorro der Uni-Medien“

EIN INTERVIEW VON MATTHIAS RAAFLAUB

Für Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät war ein täglicher Besuch auf dem friblog Pflicht. Regelmässig verulkten da ein paar anonyme Medienstudierende den Uni-Alltag mit allem, was dazu-, oder eben nicht hingehört: Wirtschaftstheoretiker Heinrich Bortis singt dem berühmten Ökonomen John Maynard Keynes ein Ständchen, Professoren präsentieren (ungewollt) ihren „Streetstyle“, und die Rubrik „Schöner Wohnen“ zeigt die Häuser der Dozierenden vom Satelliten aus. Nicht alle sind ob dem Blog „amused“. Verständlich, dass die Macher anonym bleiben – und auch bei
Spectrumkeine Ausnahme machen. Das Resultat: ungewöhnlich. Ein Interview im Chatroom.

Der friblog hat für viel Gesprächsstoff gesorgt. Ende September nun ist Schluss. Warum?

Einerseits neigt sich unser Studium dem Ende zu, anderseits war immer immer klar, dass friblog kein langfristiges Projekt sein wird – man sieht ja, wie es etwa bei TV Total herauskommt, wenn man die Dinge forciert.

Ist euch die Lust am bloggen ausgegangen?

Wenn man nicht mehr in den Vorlesungen sitzt, fehlt der Bezug zum Uni-Leben – und es ist nicht zu unterschätzen, wie aufwändig der Blog-Unterhalt ist.

Ein Nachfolgeteam zu suchen, ist das keine Perspektive?


Doch, das ist tatsächlich eine Option. Interessenten können sich nach wie vor bei uns melden. Allerdings bekommen wir – nicht wie die AGEF-Funktionäre – keine Sitzungsgelder und Spesengarantien. Ausserdem wissen wir nicht, ob wir jemanden finden könnten, der die Gratwanderung zwischen satirisch und „spiessig-provinziell“ meistern würde, wie unser Stil einmal genannt wurde. Auch ein gewisses sprachliches Niveau ist uns wichtig!

Kommt da etwa ein friblog-Ethos durch?

Absolut.

Ihr seid also doch nicht so blutrünstig, wie man meinen könnte?

Wir haben einen journalistischen Jagdtrieb. Aber wir wollen ja niemanden fertig machen.
Einen Kodex haben wir nur betreffend unserem Persönlichkeitsschutz, also etwa, wie wir uns in kritischen Situationen verhalten sollen.

Bis jetzt waren eure Jagdgründe vor allem in Pérolles II. Wieso nicht auch die Miséricorde einfangen?

Wir erhielten mehrfach Aufforderungen, auch andere Fakultäten abzudecken – insbesondere die juristische; dort scheinen noch einige Hunde begraben. Aber dazu hatten wir leider keine Kapazitäten. Die zweite Hälfte der Nacht sollte man auch noch etwas schlafen!
Aber wenn das jetzt das Ende des friblog ist, wäre es auch nicht schlimm. Er war ein medienwissenschaftliches Experiment.

Verwendet ihr ihn etwa für eine BA-Arbeit?

Schön wärs, wenn wir uns fürs Studium so Mühe gegeben hätten wie für den Blog. Im Ernst: Das war nie ein Thema – denn welcher Professor würde schon ein solches Experiment betreuen?

Tatsache scheint, dass friblog gewachsen ist: von einer Idee zu einer wahren Institution an der Uni. Wie seht ihr den friblog heute?

Wir sind sowas wie der Zorro der Uni-Medien – die Anonymität ermöglicht, Dinge zu schreiben, die wir sonst kaum publizieren könnten. Die vielen Anregungen aus der Leserschaft haben auch gezeigt, dass ein Bedürfnis existiert! Aber wir wollen uns auch nicht überschätzen: Denn primär war friblog ein Spass-Projekt. Und kein Mittel, um die Welt zu verändern.

Ihr habt friblog nie als eine demokratische Institution verstanden?

Es gab redaktionsintern verschiedene Paradigmen. Die Spannweite zwischen Satire und konstruktiver Kritik war bei uns sehr breit.

Nun ists eher weit auf der satirischen Seite gelandet...

Wir hatten schon immer einen Hang zum Boulevardesken.

Und was meint der Flügel der konstruktiven Kritik?

Ursprünglich gingen wir von einem reinen Klatsch- und Tratsch-Medium aus – unsere politische Ader meldete sich dann aber doch zu Wort, wenn es Missstände zu beklagen gab. Der friblog schaffte eine Gegenöffentlichkeit.

Aber geliebt hat man euch von offizieller Stelle deshalb nicht, oder?

Von offiziellen Stellen haben wir nie direkt etwas gehört. Vor allem ein Sozialforscher hat sich Uni-intern darum bemüht, Schritte gegen uns einzuleiten ...und irgendwer wollte auch mal auf uns schiessen ;-)

Wie waren die Reaktionen auf die geschaffene Gegenöffentlichkeit?

Positiv von den Studierenden, ignorierend vom Lehrkörper her ...ausser von Herrn Bortis! Stellungnahmen von anderen Professoren erhielten wir nur über die Medien.
Herr Bortis hat geschrieben, dass wir in „Schöner Wohnen“ seine alte Adresse erwischt hatten, und dass er eher ein Wanderer denn ein Fahrradfahrer sei, wie er einmal karikiert wurde.

Er nahm es mit Humor?

Ja, mit gesundem Humor. Interessant ist, dass wir den friblog weder bei Assistenten noch bei Professoren beworben haben – und er sich doch wie ein Lauffeuer verbreitete.

Das ist wie mit dem „Blick“ im Bundeshaus. Da muss man schauen, ob man drin ist...

Genau. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle auch bei den Professoren, die enttäuscht sind, dass sie nie bei uns erwähnt wurden!

Und jetzt zu denen, die euch tot sehen wollen.

Moment, das ist etwas heftig formuliert. Trotzdem: Der wohlig-warme Mantel der Anonymität gibt uns eine gewisse Sicherheit, keine Repressionen zu erfahren. Die Gründe für die Missstimmung uns gegenüber sind verschiedener Natur. Das reicht von reiner Neugier bis zu falschen Eitelkeiten.

„Reiner Neugier“?

Einige fanden die Beiträge über sie lustig, wollten aber wissen, wer dahintersteckt.

Doch einmal habt ihr der AGEF Budgetkosmetik vorgeworfen. Ist es nie zu Anklagedrohungen gekommen?

Vorneweg: Die Geschichte stimmt nach wie vor. Aber da man einen Blog nicht verklagen kann, waren der AGEF die Hände gebunden.

Der Blog läuft über einen Server in den USA, so kann man euch gerichtlich nicht belasten. Habt ihr daran schon seit Anfang an gedacht?

Der eigentliche Grund für die Domain „friblog.blog.com“ war, dass ein Fribourger Zahnarzt „friblog.ch“ bereits reserviert hatte. Tatsächlich aber gibt uns der US-Server heute ein gewisses Sicherheitsgefühl.

Weshalb besteht ihr eigentlich auf Anonymität? Immerhin könntet ihr im Rahmen der Meinungsfreiheit und angewandtem Medienrecht, dass ihr ja kennen werdet, mit Namen operieren.

Wir bleiben lieber anonym. Im Internet-Zeitalter kann einem so eine „Jugendsünde“ den Lebenslauf vermiesen. Ausserdem wäre es ja kaum zu verhindern gewesen, dass es von Seiten des Lehrkörpers Ressentiments gegeben hätte – Medienrecht hin oder her.

Ihr meint, schlechtere Prüfungen für Friblogger?

Vielleicht eine kritischere Bewertung einer Seminararbeit...

Wie seid ihr eigentlich auf die Idee friblog gekommen? Eine Bieridee?

Nein, Bier war hier nicht im Spiel! Primär haben wir eine Plattform für unser satirisch-kreatives Potenzial gesucht. Denn viele der Pointen sind bereits im Laufe unserer früheren Semester entstanden.

Obwohl die Idee eigentlich nahe liegt, seid ihr die ersten in der Schweiz. Sogar die Deutschen staunen über denAlpenblog...

Darauf sind wir ein bisschen stolz. Auch wenn wir im Vergleich mit den Google- oder StudiVZ-Gründern nicht viel verdient haben. Genaugenommen hat uns das Hosting Geld gekostet. Als wegen „Spiegel Online“ tausende Besucher kamen, mussten wir sogar zusätzliche Bandbreite einkaufen.

Blickt ihr zufrieden auf euer Schaffen zurück?

Ja, die Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen – die studentische sowie die mediale.
Soviel Ruhm, und wir können an WG-Partys nicht einmal damit angeben...

Tja, vielleicht gibt es einmal ein anonymes Denkmal vor Pérolles II... Oder ein friblog-Auditorium...

Gute Idee. Wenigstens eine dieser vielen Putzkammern könnte man nach uns benennen.

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Freitag, 28. September 2007

friblog-Streetstyle

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Montag, 24. September 2007

Die guten alten Zeiten

Willkommen zurück in Fribourg, liebe Leserinnen und Leser!

Ob der ganzen Begeisterung für Hightech-Uniboards und für Kaffeeautomaten, die sogar Rindsbouillon kochen, vergessen wir allzu oft, wie schön doch die guten alten Zeiten an der Uni waren. So sind wir in der Sommerpause auf eine sensationelle Aufnahme der Uni Miséricorde aus den 40er-Jahren gestossen, auf der das legendäre Auditorium C noch kein Dach hat - sondern als Open-Air-Hörsaal genutzt wurde. Auf so eine tolle Idee kämen nicht einmal die Bildmanipulatoren von friblog! Wer denn heute im "Audi C" genau hinsieht, erkennt, dass der obere Teil des Raumes neuerer Bauart ist.
Auch die eleganten Gartenanlagen gibts nimmer mehr - und die ausladende Treppe an der Südfront wurde irgendwann zum Raucherbalkon zurückgebaut...

P.S. Auch die Kollegen von Spectrum und Unicam waren vermutlich in den Ferien. Toi, toi, toi, Jungs und Mädels, lasst die Uni-Medien wieder auferstehen!

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Freitag, 17. August 2007

Training für Fachschaftler?

Kürzlich beim Einkauf im gut sortierten Elektronikfachhandel gefunden: Ein lustiges Spiel, das den Namen der sozialwissenschaftlichen Fachschaft an der Uni Fribourg trägt. Ob SOCOM bei obigem Objekt auch für Soziologie, Kommunikation und Medien steht, konnte leider nicht eruiert werden.

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Mittwoch, 01. August 2007

Hätten Sie's gewusst?

Fortsetzung unserer kleinen Serie "aus dem Leben von Professor Bortis":

Erneut feiern wir den 1. August. Aus diesem Anlass hat friblog in den Archiven gestöbert und ist auf ein Bild gestossen, das neue Erkenntnisse zu den Beteiligten des Rütlischwurs liefert.

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Freitag, 27. Juli 2007

How to write a book in Grünig style

friblog hat die Methoden des erfolgreichen Betriebswirtschaftsprofessors und Publizisten Rudolf Grünig analysiert und zusammengefasst - als Starthilfe für unsere Fribourger Nachwuchsakademiker.

 

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Freitag, 20. Juli 2007

Die Deutschen

Die Deutschen kommen! Alleine 4000 von ihnen am gestrigen Donnerstag - als Besucher bei friblog. Denn der Artikel der letzten SonntagsZeitung erschien nun in erweiterter Form bei SPIEGEL Online. Und nur einen Link entfernt lesen wir:

Wer zum Studieren oder Arbeiten in die Schweiz geht, fängt sich schon mal derbe Sprüche. Das freundliche Bergvolk kann auch anders: Deutsche sind dort viel weniger beliebt, als sie selbst glauben - und die Einwanderer rivalisieren mit den Schweizern um die besten Jobs.

Sinnigerweise prangt auch auf der Titelseite der besagten Zeitung eine Schlagzeile zum Thema:

Immobilien: Deutsche kaufen die Schweiz auf

Und auch friblog könnte nun auf den fahrenden Zug aufspringen und fragen: "Wieviele Deutsche verträgt die Uni?" Doch weshalb auch? Wir mögen unsere deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen genauso gut bzw. schlecht wie jene aus Glarus, Bern, Zürich und Liestal. Auch beim Lehrkörper können wir keine einseitigen Präferenzen ausmachen. Warum also die Aufruhr?

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Freitag, 13. Juli 2007

Gebet oder Gedöse?

Nein, das ist nicht der Eurythmiesaal einer Rudolf-Steiner-Schule, das ist der Raum der Stille in Pérolles II. Ein interreligiöser Raum für gläubige Studenten, frei von religiösen Symbolen, - eine schöne Sache eigentlich. Doch wer hat schon einmal jemanden darin gesehen? Die 2000 Studentinnen und Studenten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät nutzen den Raum sogut wie gar nicht.

Ketzer rufen sogar nach einer Umfunktionierung des Raums: Einen schönen Entspannungs- und Schlummerraum könnte es geben - quasi ein Pendant zum Lesesaal in der Miséricorde mit seinen einladenden Polsterbänken. friblog denkt hingegen darüber nach, anderen Randgruppen ebenfalls schöne, lichtdurchflutete Räume zur Verfüngung zu stellen: Etwa den engagierten Fachschaften, den studierenden Ex-Missen oder den Anhängern der Mikroökonomie.

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Montag, 09. Juli 2007

Siffer gesucht?

Achtung, ihr arbeitslosen Sozialwissenschaftler!
Noch bis morgen ist am (winzigen) Fachbereich Politikwissenschaft eine sechsmonatige Stellvertretung ausgeschrieben: Assistent Stephan Kuster wird für sechs Monate nicht auf dem Kontinent weilen und muss deshalb ersetzt werden. Wir zitieren auszugsweise aus der Stellenausschreibung:

Aufgaben:
- Studentenbetreuung

Anforderungen:
- Gute Kenntnisse moderner Text- und Webseitenverarbeitung
- Organisationstalent

Dabei ergeben sich einige Differenzen zum Ist-Zustand am besagten Lehrstuhl. Jüngst klagte ein Mitglied des friblog-Leserkreises, die Fribourger Politologen antworteten nicht auf E-Mails, bei Professor Hayoz bekomme man keinen Termin und das Lizenziatskolloquium sei quasi inexistent. Die aussterbenden Polito-Hauptfächler klagen über ihr dünnes politologisches Portfolio und Nebenfachstudierende warten mitunter ein halbes Jahr auf die Korrektur ihrer Seminararbeiten. Und immer mehr Politikinteressierte belegen gleich ihr ganzes Nebenfach an der Uni Bern.

Doch die harten Worte sind nicht an den Fachbereich alleine gerichtet - denn mit einer Assistentin, einem Assistenten, einer Sekretärin und einem Professor kann man keine grossen Stricke zerreissen. Die Fakultät und der Rektor müssen sich betreffend dem Fach endlich entscheiden: Aufstocken oder Abschiessen.

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Mittwoch, 27. Juni 2007

friblog-Streetstyle

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